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INSULIN - Diabetiker nicht über Risiken informiert Alarmierende Untersuchung: Koma-Gefahr für 15.000 Betroffene, die auf synthetischen menschlichen* Insulinersatz umgestellt wurden. Bericht von Paul Brown. Dienstag, 9. März 1999, UK Guardian Nachweise, daß sich durch synthetisches Insulin bei Tausenden von Diabetikern in Großbritannien der Gesundheitszustand verschlechterte, wurden von der British Diabetics Association (Britische Diabetiker-Gesellschaft), deren Aufgabe es ist, Patienten zu beraten und deren Interessen zu schützen, zurückgehalten. Diese Feststellungen waren in einem Bericht enthalten, der von der Gesellschaft in Auftrag gegeben und vor sechs Jahren fertiggestellt wurde. Er hob Risiken hervor, denen ca. 10 Prozent der 150.000 Diabetiker ausgesetzt sind, die von dem herkömmlichen, von Tieren gewonnenen Insulin auf synthetisches menschliches Insulin umgestellt wurden. Einige der hiervon nachteilig Betroffenen fielen ohne Vorwarnung in Komas, bekannt als hypoglykämische Zustände oder "Zuckerschock". Einige erlitten schwere Verletzungen, einige hatten Autounfälle und andere glauben, daß wahrscheinlich gestorben wären, hätte man sie nicht gerettet, während sie bewußtlos waren. Es wird geschätzt, daß auch jetzt 15.000 Personen davon betroffen sind, weil sie sich zweimal täglich Insulin spritzen, das für sie ungeeignet ist. Vielen Ärzten ist dieses Problem nicht bekannt oder sie haben es versäumt ihre Patienten wieder auf tierisches Insulin umzustellen, weil sie nicht wissen, daß dieses noch erhältlich ist. Die Gesellschaft sagt, daß dieser Bericht nicht veröffentlicht wurde, weil er "zu alarmierend" war. Simon O'Neill, der Vorsitzende von Diabetes Care Services, erklärte, daß die Gesellschaft einräumt, daß bis zu 20 Prozent von Insulinspritzenden das tierische Insulin bevorzugen und bei Verwendung von synthetischem Insulin Probleme feststellten. Er fügte hinzu, daß die Gesellschaft einen Bericht - The Insulin Debate (Der Insulin-Streit) - veröffentlicht hat, der sich mit diesen Themen auseindersetzt, auch weiterhin die Mitglieder über Entwicklungen informieren und dafür kämpfen wolle, daß auch weiterhin tierisches Insulin für Betroffene zur Verfügung steht.
Synthetisches Insulin wird von zwei großen Pharmafirmen hergestellt, der dänischen Novo Nordisk and dem US-amerikanischen Giganten Elli Lilly. Keine der Firmen bestätigt, daß die synthetische Variante negative Auswirkungen hat. Der Bericht wurde zusammengestellt auf der Basis von 3.000 Beschwerdeschreiben von Mitgliedern der Gesellschaft über das neue Insulin während eines Zeitraums von zwei Jahren. Die Schreiben enthielten qualvolle Beschreibungen darüber, wie das Leben sich nach der Umstellung auf synthetisches menschliches Insulin verschlechtert hatte. Aus acht von zehn Beschwerden, die von unabhängigen Wissenschaftlern untersucht wurden, ging hervor, daß die Betroffenen ihre Symptome nicht länger kontrollieren konnten und daß sie durch keinerlei Warnsignale darauf hingewiesen wurden, daß sie dabei waren in ein Koma zu fallen. Die Hauptergebnisse dieser Schreiben waren:
Diabetes beruht auf der Unfähigkeit des Körpers Insulin zu produzieren, welches den Blutzuckerspiegel reguliert. Diese Regulierung kann jedoch erfolgreich durch die Injektion von Tierinsulin erfolgen. Synthetisches menschliches Insulin, das durch die Zuführung von Nährstoffen an E-Colibakterien hergestellt wird, wurde als ein Durchbruch gefeiert, weil es die gelegentliche und auf lange Sicht problematische Produktion von Antikörpern zur Bekämpfung des tierischen Insulins verhindert.
Nachdem die Gesellschaft eine Flut von Beschwerden erhielt, beauftragte sie zwei unabhängige Wissenschaftler, Hazel Matthews und Natasha Posner, mit der Analyse einiger Schreiben. Deren Bericht schlußfolgerte, daß viele Patienten an potentiell gefährlichen Reaktionen litten. Ein von Dr Posner angeforderter vollständigerer Bericht belegte, daß Ärzte und Spezialisten ihren Patienten keinen Glauben geschenkt hatten und die sehr realen Schmerzen und gefährlichen Symptome größtenteils ignoriert wurden. Der Bericht sollte im British Medical Journal 1993 veröffentlicht werden, wurde aber zurückgezogen. Die Zeitschrift der Diabetic Association, "Balance" gab danach eine Beilage heraus - "The Insulin Debate", in der einige der durch synthetisches Insulin entstehenden Probleme angesprochen wurden. O'Neill erklärte, daß die BDA weiterhin Ärzte und Angehörige von Berufen im Gesundheitswesen darüber informiere, daß Diabetikern eine Möglichkeit der Wahl der Insulinsorte gegeben werden mußte. Er sagte: ""Der Inhalt des Posner-Berichts war korrekt, aber zu alarmierend. Es ist jedoch eine Meldung, die wir weitergegeben haben und die wir immer noch weitergeben möchten. Wir sind dafür eingetreten, daß das tierische Insulin nicht vom Markt genommen wird. Matt Kiln und wir sind auf der gleichen Seite."
"Hatte Angst, alleine wegzugehen oder Auto zu fahren" Es gab auch hinreichende Beweise, daß die Probleme reversibel waren. Ein Fünftel der Patienten aus der Befragung wurde wieder auf tierisches Insulin umgestellt. Von dieser Gruppe berichtete nur 1 Prozent, daß nach einer Umstellung auf tierisches Insulin keine Besserung festgestellt werden konnte. Viele Ärzte weigerten sich, die Patienten wieder auf tierisches Insulin umzustellen oder teilten ihnen fälschlicherweise mit, daß diese Alternative nicht mehr existierte.
Es wurde berichtet, daß die Konsequenzen aus dem Kontrollverlust über die Diabetes eine Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustandes oder Unfälle, eine erhöhte Abhängigkeit von anderen sowie einen gewissen Verlust an Sicherheit hinsichtlich der Kontrolle der Diabetes bedeuteten, so daß die Betroffenen große Angst hatten, alleine auszugehen, zu Bett zu gehen oder Auto zu fahren. Einige Leute hatten ihre Stellung verloren, wurden entlassen oder stellten fest, daß sie nicht in der Lage waren, zu arbeiten. Einigen wurden die Erneuerung ihres Führerscheins verweigert. Der Bericht erwähnt mehrere Aussagen von Personen, gegen die polizeilich ermittelt wurde, nachdem sie aufgrund eines Zuckerschocks in Unfälle verwickelt waren. Die Folgerungen des Berichts: "Die überprüften Schreiben bilden eine Datenbasis, die weit mehr als bloße Anekdoten darstellt."
Angaben der Patienten wurden im Bericht direkt genannt:
"Im Jahr 1986 versuchte ich wieder einen Wechsel auf das menschliche Insulin. Meine Frau verlangte dann von mir, daß ich die früheren Präparate wieder verwenden sollte, denn ich wurde unzuverlässig, vergaß Dinge und wurde viel aggressiver. Dr. Kiln erklärte, daß sich seine Erfahrungen in denen von Patienten und deren Pflegepersonal widerspiegelten, welche in außergewöhnlich hoher Zahl, die nicht ignoriert werden konnte, an die Diabetic Association geschrieben hatten. Er sagte: "Man benötigt eine umfangreiche wissenschaftliche Studie, um die Probleme des synthetischen Insulins ordentlich zu erforschen. In seiner Praxis im Süden Londons hat er 110 Diabetiker, die täglich zwei Injektionen mit Insulin benötigen. Er glaubt, daß davon etwa 10 Prozent auf menschliches Insulin negativ reagieren. *Humaninsulin übersetzt mit menschlichem Insulin zurück |